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Irgendetwas stimmt mit meiner Periode nicht – Endometriose als Ursache

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Dunkel Hell

Irgendetwas stimmt mit meiner Periode nicht – Endometriose als Ursache

Diana Dichtl
Endometriose als Ursache-Titelbild

Ein Thema, welches jede Frau ab einem bestimmten Alter begleitet, ist die Periode. Während sie bei manchen erst ab 17 Jahren beginnt, schlagen sich andere schon seit dem 10. Lebensjahr damit herum. Für die meisten ist sie eine lästige Angelegenheit, welche uns jeden Monat das Leben ein wenig unangenehmer macht. Für manche unter uns ist die Menstruation jedoch ein lebenseinschneidender Faktor.

Foto: blauthbianca – pixabay

Bestimmt kennst du auch dieses Gefühl, wenn die Periode beginnt. Ein Ziehen, ein leichtes Unwohlsein, du fühlst dich einfach unwohl. Bei etwa 10 – 15 % aller Menschen mit Menstruation ist es aber anders. Sie fühlen Schmerzen und zwar so stark, dass sie sich teilweise erbrechen. Durchfälle, ein massives Stechen, Ziehen oder Pulsieren in und um die Gebärmutter finden statt. Womöglich gehörst du, genauso wie ich, auch zu dieser Gruppe von Frauen. Jeden Monat leiden wir massiv unter der Periode, da wir eine noch zu wenig beachtete Erkrankung haben:

ENDOMETRIOSE.

Womöglich hast du bereits davon gehört, vielleicht ist dieser Begriff auch noch ganz neu für dich. Bei Endometriose handelt es sich um eine Krankheit, welche fast ausschließlich Menschen mit weiblichem Hormonhaushalt befällt. In sehr seltenen Fällen können auch biologische Männer betroffen sein, jedoch ist das eine Rarität. Aus diesem Grund wird bei Endometriose von einer „Frauenkrankheit“ gesprochen. Vermutlich ist das der Hauptgrund, warum die Erkrankung in der Wissenschaft, Medizin und Politik bislang kaum ernst genommen wird.

Endometriose ist eine ernstzunehmende Krankheit

Das ist ein riesiges Problem, da Betroffene häufig massiv durch die Beschwerden leiden. Dies wird zu oft nicht ernst genommen oder als harmlos abgetan. Viele von uns haben schon Dinge gehört wie „Ach, Schmerzen während der Periode sind doch ganz normal“ oder „Ich fühle mich während der Menstruation auch nicht so toll, nimm einfach eine Ibu, dann geht das schon“. Bei Endometriose läuft das aber nicht. Die Ursachen dafür liegen in den biologischen Prozessen der Erkrankung begraben.

Als Biologin mit Endometriose hat mich dieses Thema natürlich immer gereizt. Ich wollte endlich wissen, warum ich immer diese Schmerzen und gesundheitlichen Probleme habe. Was passiert da in meinem Körper, sodass eine Ibu eben nicht ausreicht? Dies war mitunter die Motivation für mich, für das Buch „Diagnose Endometriose“ zu recherchieren. Im Lauf von hunderten wissenschaftlichen Studien und Berichten habe ich mein Wissen immer weiter vertieft, bis ich endlich verstand, was Endometriose ist, warum ich es vermutlich habe und was ich dagegen tun kann.

Was passiert bei Endometriose genau?

Bei dieser Krankheit bilden sich vorwiegend im Unterbauch Stellen, welche Endometriose Läsionen oder Herde genannt werden. Dabei handelt es sich um Gruppen von Zellen, welche der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) sehr ähnlich sind. Das „richtige“ Endometrium ist ein wichtiger Teil innerhalb deiner Gebärmutter. Jeden Monat baut dein Körper diese Zellschicht auf, damit sich eine befruchtete Eizelle darin einnisten kann. Die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Schwangerschaft. Wenn jedoch keine befruchtete Eizelle da ist oder etwas nicht passt, wird das Endometrium während der Periode ausgeschwemmt.

Dieser Prozess geschieht ebenfalls bei Menschen mit Endometriose. Zusätzlich arbeiten aber auch die Läsionen bzw. Herde während des Zyklus, da sie den Zellen der Gebärmutterschleimhaut sehr ähnlich sind. Das Problem ist jedoch, sie können nicht aus dem Körper raus, da sie außerhalb der Gebärmutter irgendwo im Körperinneren sind. Die betroffenen Frauen spüren somit bei jeder Periode, wie diese Zellansammlungen arbeiten, sich vermehren und wachsen. Das tut im Lauf der Zeit immer mehr weh, bis die Schmerzen unerträglich sind.

Wie weit sind wir bei der Behandlung von Endometriose?

Während herkömmliche Schmerzmittel zu Beginn noch wirken, verlieren sie allmählich an Wirkung, bis gar nichts mehr geht. Die Folge ist dann eine Operation (Bauchspiegelung), bei welcher alle auffindbaren Endometriose Läsionen entfernt werden. Für viele lindern sich dadurch die Beschwerden, wenn auch nicht für alle. Zusätzlich bekommen die Betroffenen Hormone (einfach auch als die Pille bekannt) verschrieben. Das unterbricht den normalen weiblichen Zyklus, die Periode bleibt aus und somit wachsen auch die Läsionen meist viel langsamer.

Dieses herkömmliche (konventionelle) Therapieverfahren ist bei Endometriose aktuell der goldene Standard. Das Problem daran ist jedoch, es hält die Krankheit nicht auf. Und die zweite Problematik, welches meiner Meinung viel wichtiger ist:

Die meisten Frauen mit Endometriose haben weder Lust, täglich Hormone zu nehmen, noch sich alle paar Monate oder Jahre operieren zu lassen.

Alternativen zu konventionellen Behandlungen

Genauso ist es auch bei mir. Ich bin anfangs ebenfalls den konventionellen Weg gegangen. Bei mir wurde eine Bauchspiegelung durchgeführt und danach nahm ich etwa ein Jahr Hormone. Diese haben mein Verhalten und meine Empfindungen jedoch verändert und ich wollte diesen Weg nicht länger gehen. Ich habe also sehr viel recherchiert und wissenschaftliche Studien gelesen. Überraschenderweise durfte ich lernen, dass es durchaus auch andere Möglichkeiten gibt, um mit Endometriose glücklich und schmerzfrei zu leben.

Ich habe verschiedenste Dinge ausprobiert und festgestellt, dass sowohl die Wissenschaft als auch mein eigener Körper Folgendes bestätigen:

Endometriose kann durch unkonventionelle Wege wie Ernährung, Osteopathie, traditioneller chinesischer Medizin, Phytotherapie (Pflanzenheilkunde), Stressmanagement, Psychotherapie, Schlaftherapie und vielem mehr sehr gut therapiert werden.

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Kenne deinen Körper und halte deine Maschine am Laufen

Warum diese Dinge funktionieren, lässt sich auch biologisch wunderbar erklären. Der menschliche Körper ist wie eine komplexe Maschine aufgebaut, welche bestimmten Regeln folgt. Wenn du diese Grundsätze kennst, kannst du sie nutzen, um dein System gesund und funktionsfähig zu halten. Alles, was mir machen und alles was auf uns einwirkt, hat einen Einfluss auf unser Inneres. Logisch, oder? Nehmen wir doch einmal ein einfaches Beispiel.

Stell dir einen Menschen vor, welcher jeden Tag viel Brot, Butter, Käse und Wurst isst. Obst, Gemüse, Nüsse oder Fisch sind gar nicht sein Ding. Diese Person arbeitet im Büro, trinkt nach der Arbeit gern noch einen Wein und hat als Hobbys Fernsehen und Computer spielen. Diese Vorstellung sollte nicht schwer sein, da dies tatsächlich einen großen Teil der Bevölkerung repräsentiert. Versuchen wir nun, diese Person als biologische Maschine zu sehen, so ergeben sich viele Probleme.

Foto: 0fjd125gk87 – pixabay

Biologisch und evolutionär betrachtet sind wir Läufer. Das bedeutet, dass sich unser Körper in den letzten zehntausenden Jahren dazu entwickelt hat, täglich weit zu gehen. 10.000 bis 20.000 Schritte waren ganz normal. Unsere Muskulatur, Stoffwechsel und unsere Hormone sind darauf ausgelegt, uns täglich so weit zu bewegen. Der Beispielmensch geht jedoch nur 2.000 Schritte pro Tag. Seine körperliche Maschine ist somit nicht ausreichend ausgelastet und fährt auf Dauer bestimmte Programme und Funktionen runter.

Als Gegenleistung erhält der Körper jedoch sehr energiereichen Kraftstoff, welcher zu wenig spezielle Komponenten (Vitamine, Fettsäuren usw.) enthält. Die Maschine Mensch arbeitet somit mit falscher Auslastung, bekommt aber extrem explosiven Sprit ohne Schutzfaktoren. Wir könnten auch sagen, die fehlenden Essensbestandteile sind wie nicht vorhandene Schmier- und Schutzmittel. Du kannst dir vorstellen, dass diese Maschine zwar irgendwie läuft, aber auf Dauer viel schneller kaputt geht als eine besser genutzte und gepflegte Maschine.

Mehr Sichtbarkeit für die Diagnose Endometriose

Und eine Art „kaputt“ zu gehen, stellt Endometriose dar. Das eigene System läuft nicht richtig, es hackt und irgendwo braucht unser Körper Hilfe. Zu wenig bzw. zu viel Bewegung, unpassende Ernährungsgewohnheiten, psychisches Trauma, eine mikrobiologische Fehlbesiedelung, zu viel Stress oder zu schlechter Schlaf sind alles Faktoren, welche Endometriose begünstigen. Was genau das Problem ist, ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Die Wissenschaft kann jedoch zeigen, dass es ein paar grundlegende Dinge gibt, welche die meisten unter uns verbindet. Und genau diese Bereiche sowie viele andere nützliche Informationen habe ich in meinem Buch „Diagnose Endometriose“ aufgearbeitet.

Wenn du also mehr über die Erkrankung lernen möchtest, wie sie funktioniert und wie du deine eigene körperliche Maschine wieder reparieren kannst, schau doch mal ins Buch rein: https://www.amazon.de/dp/B09S63H6P9

Über die Autorin

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Ich bin Diana, habe ursprünglich Biologie (M.Sc.) studiert und arbeite seit 2018 als freiberufliche Autorin. Mein Spezialgebiet ist dabei das wissenschaftliche Schreiben zu gesundheitlichen Themen, welche besonders die weibliche Gesundheit betreffen. Die Aufklärung zur Erkrankung Endometriose stellt aktuell meine Haupttätigkeit dar. Weiter gebe ich gerne Informationen zur femininen Ernährung, welche den weiblichen Zyklus unterstützt. Meine eigenen Erfahrungen zum Thema habe ich in meinem Buch "Diagnose Endometriose" unter Berücksichtigung von über 300 aktuellen Studien verarbeitet. Insgesamt liebe ich das Schreiben und bin dankbar, dass ich damit meinen Lebensunterhalt verdienen kann.

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