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Aufsteigerin, Mentorin, Vorbild: Irina Dell im Einsatz für Female Empowerment
Dunkel Hell

Aufsteigerin, Mentorin, Vorbild: Irina Dell im Einsatz für Female Empowerment

Kinga Bartczak
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Irina Dell kam vor über 20 Jahren für ihr BWL-Studium nach Deutschland. Aus dem Plan, anschließend mit dem Wissen und den Erfahrungen zurück in die Heimat zu gehen, wurde nichts: Als Studentin lernte sie ihre neue Heimat, ihren zukünftigen Ehemann und die Wirtschaftsprüfung von EY kennen und lieben. Seitdem hat sie eine beeindruckende Karriere hingelegt und engagiert sich mit Leidenschaft für junge Frauen.

Irina, als du im jungen Alter an der FH Gießen gelandet bist, hast du dir deine Zukunft ganz anders vorgestellt. Heute sprechen wir mit dir als Partnerin, Digital Leaderin und Mentorin. Was ist in der Zwischenzeit passiert?

Das stimmt, alles lief ein wenig anders als geplant. Aber manchmal muss man sich einfach trauen, wenn man weiß, dass es richtig ist, oder? Für mich war schnell klar, dass ich nach dem Studium in Deutschland bleiben möchte. In einem Workshop ist der Kontakt zur Wirtschaftsprüfung von EY zustande gekommen. Ich war von den Inhalten und den Möglichkeiten begeistert und bin nach dem Abschluss als Assistant am EY-Standort Köln eingestiegen. Nun bin ich seit über 16 Jahren hier und habe tatsächlich sämtliche Karrierestufen durchlaufen. Dazu gehört auch, dass EY meine Entwicklung aktiv gefördert hat. 2010 habe ich mit zeitlicher und finanzieller Unterstützung meines Arbeitgebers die Steuerberater-Prüfung bestanden und bald darauf wurde mein Sohn geboren. Während meiner Elternzeit habe ich mich auf den nächsten Schritt vorbereitet: das Wirtschaftsprüfer-Examen.

War Karriere und Familie für dich nie ein „Entweder-oder“?

Ich wollte auf jeden Fall beides haben, aber mich gleichzeitig nicht wie ein Hamster im Rad fühlen. Deshalb bin ich nach der Elternzeit erstmal in Teilzeit eingestiegen, obwohl ich da schon Führungskraft war. Das war für niemanden ein Problem: Mein Team wusste, wann ich arbeite und wann nicht, und hat mich dabei voll unterstützt. Ich wurde zum Weitermachen ermutigt und hatte stets das Gefühl, die gleichen Chancen zu haben wie meine männlichen Kollegen. Heute ist mein Sohn Teenager, ich bin alleinerziehend und arbeite wieder in Vollzeit – aber Flexibilität ist für mich nach wie vor sehr wichtig. Und die bekomme ich hier.

Hast du neben der fachlichen Arbeit noch ein Herzensthema, das dich begleitet?

Oh ja. Ich setze mich leidenschaftlich für die Förderung von Frauen ein, sowohl für meine eigenen Kolleginnen als auch für Gründerinnen, die wachsen wollen. Das kommt unter anderem auch daher, dass ich selbst auf allen Karrierestufen bei EY tolle Mentor:innen hatte. Wenn man etwas erreichen möchte, finde ich es wichtig, von denjenigen zu lernen, die schon da sind, wo man selbst hinwill. Das habe ich erlebt und deshalb möchte ich das auch weitergeben.

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Spannend! Kannst du dazu noch mehr erzählen? Was sind das für Programme und was machst du genau?

Das eine ist das „Woman Mentoring Program“ bei uns in der Wirtschaftsprüfung. Da lautet das Motto: „Empowered women empower women“. Ich begleite junge Kolleginnen ein ganzes Jahr im Rahmen von 1:1-Mentoring-Sessions und arbeite mit ihnen an ganz verschiedenen Themen, wie zum Beispiel: die eigene Sichtbarkeit verbessern, Stärken ausbauen, Führungsbereitschaft fördern oder Karriere und Familie harmonisch kombinieren. Außerdem lasse ich die Kolleginnen über meine Schulter schauen, um ihnen einen authentischen Einblick in den Alltag als Partnerin zu geben. Das zweite Programm, in dem ich aktiv bin, heißt „EY Entrepreneurial Winning Women“. Damit investiert EY bewusst auch in Frauen, die nicht bei uns arbeiten – eine tolle Initivative, wie ich finde. Hier war ich bereits dreimal Mentorin und habe Gründerinnen und Unternehmerinnen aus verschiedenen Branchen betreut, beispielsweise als Sparringspartnerin für Business-Herausforderungen oder Ratgeberin für ganz unterschiedliche Karrierethemen. Übrigens habe ich vor etwa eineinhalb Jahren Triathlon für mich entdeckt und bin in der Zwischenzeit mehrmalige Ironman-Finisherin geworden. Auch aus dem Sport kann ich viele Learnings mit meinen Mentees teilen.

Toll, Irina. Konntest du denn schon Früchte reifen sehen? Und ist das auch deine Motivation, weiterzumachen?

Definitiv! Es macht mich unheimlich stolz, wenn ich die Entwicklung der Talente sehe. Wie die jungen Kolleginnen über sich hinauswachsen, beeindruckt mich immer wieder neu. Genauso ist es mit den Unternehmerinnen: Einige haben zusätzliche Geschäftszweige entdeckt, andere haben nach dem Mentoring ihr Produktportfolio ausgeweitet und sind im internationalen Markt expandiert. Natürlich ist es schön, wenn ich andere inspirieren und ermutigen kann. Letztendlich inspiriert aber nicht der Karriereweg, den jemand gegangen ist, sondern vielmehr der Mensch, der ihn gegangen ist. Deshalb ist es für mich so unglaublich wichtig, meinen Mitmenschen mit offenen Ohren, Flexibilität, Vertrauen und auf Augenhöhe zu begegnen. Damit kann ich das beste Vorbild sein. Und natürlich profitiere ich davon auch selbst: Ich lerne echte Powerfrauen kennen, von denen ich ebenso lernen kann. Mit vielen von ihnen bin ich auch nach dem Ende des jeweiligen Mentorings weiterhin sehr eng verbunden.

Ihr wollt auch mit Irina Dell Kontakt aufnehmen? Dann vernetzt euch doch auf LinkedIn!

Über die Autorin

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Die globale EY-Organisation ist ein marktführendes Unternehmen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung sowie Strategy and Transactions und Consulting.

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