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Unternehmerin, Moderatorin, Kochbuchautorin und frischgebackene Shop-Betreiberin Nina Bott im Interview
Dunkel Hell

Unternehmerin, Moderatorin, Kochbuchautorin und frischgebackene Shop-Betreiberin Nina Bott im Interview

Kinga Bartczak
Nina Bott im Interview-Artikelbild

Wir freuen uns sehr, im heutigen FemalExperts Role Model Interview Nina Bott, Unternehmerin, Moderatorin, Kochbuchautorin und frischgebackene Shop-Betreiberin (Easy-Peasy by Nina Bott) vorstellen zu dürfen.

1. Liebe Frau Bott, erst einmal: Herzlichen Glückwunsch zum neuen Onlineshop! Unser Redaktionsteam hat bereits fleißig reingeschaut und neben Ihren Kochbüchern weitere, schöne und nützliche Küchenutensilien für sich und die Kinder gefunden. Wie kam es zu dieser spannenden Shop-Idee?

Vielen Dank! Ich hatte schon länger vor, meine Website ninabott.de neu zu gestalten und meiner Community dort mehr zu bieten. Mit meinem neuen Kochbuch “Ninas Easy-Peasy Familienkochbuch” kam dann die Idee, passende Produkte dazu anzubieten und einen eigenen Online-Shop zu eröffnen. Wir kochen als Familie viel gemeinsam und deshalb bin ich selbst immer auf der Suche nach Dingen, die das Kochen und auch den Alltag mit Kindern einfacher und spaßiger machen. Solche Helferlein will ich auch mit meiner Community teilen.

Nina Bott Onlineshop

2. Worin bestehen Ihrer Ansicht nach die größten Herausforderungen, wenn man einen eigenen Onlineshop betreibt?

Ich denke, im Einzelhandel generell stellen Ladenhüter das größte Risiko dar. Auch wenn ich von einem bestimmten Produkt überzeugt war, habe ich mich gefragt: Kommt das auch bei meiner Community gut an? Treffe ich als Händlerin ihren Geschmack? Hier war ein Partner, der das finanzielle Risiko für mich klein hält, entscheidend für meine Shop-Eröffnung. Ich arbeite dafür mit der Onlinegroßhandelsplattform Faire.com zusammen, die Händerl*innen kostenlose Rücksendungen und ein 60-Tage-Zahlungsziel bietet. Sollte sich eine Marke gar nicht verkaufen, kann ich die erste Bestellung kostenlos zurücksenden. So kann ich risikoarm testen, welche Artikel für mich und meinen Shop funktionieren. Eine weitere Herausforderung ist für mich natürlich die Vereinbarkeit mit unserem Familienleben und meinen anderen Projekten. Zeitliche Flexibilität ist mir dafür sehr wichtig. Die Möglichkeit, auch mobil und zu jeder Zeit auf der Faire-Plattform einkaufen zu können, ist dabei ein großer Vorteil. In meinem vollen Familienalltag wäre es sonst schwierig, die Abstimmung mit Marken per Telefon und Mail während ihrer Geschäftszeiten abzuwickeln. Stattdessen kann ich auch über die Plattform Produkte bestellen, wenn die Kinder schon im Bett sind oder ich gerade nur ein paar Minuten Zeit habe. Kürzlich habe ich im Parkhaus schnell nach Dingen für meinen Shop recherchiert.

3. Welche Vorteile bringt die Partnerschaft mit Faire.com für Ihre Kundinnen/Kunden?

Sie profitieren auf jeden Fall von der besonderen Auswahl. Faire ist die größte Großhandelsplattform und bietet Zugang zu über 100.000 Marken weltweit. Dabei handelt es sich um unabhängige, kleine Hersteller*innen mit besonderen Produkten. Meine Kund*innen suchen nicht nach Massenware, sondern nach Artikeln, die ihrem Zuhause einen persönlichen Touch geben. Auf Faire habe ich nicht nur die nötige Auswahl dafür, verschiedene Suchfilter und smarte Algorithmen helfen mir auch genau die Produkte auszuwählen, die zu meinem Shop passen.

4. Ich kann mir vorstellen, dass viele unserer Leserinnen erstaunt sind, wie Sie es als Vierfachmama neben Ihren Schauspiel- und Moderationsjobs und Ihren Buchprojekten schaffen, noch ein weiteres großes Projekt auf die Beine zu stellen. Worauf kommt es Ihrer Meinung nach an, wenn man so viele Vorhaben gleichzeitig angeht?

Ohne gute Unterstützung geht das natürlich nicht. Ich habe das Glück, dass ich mit Benni einen Mann an meiner Seite habe, der mich in all meinen Vorhaben unterstützt. Gemeinsam gestalten wir unseren Alltag so, dass wir beide trotz hektischen Familienleben unseren eigenen Projekten nachgehen können. Aber auch auf die richtige Wahl der Geschäftspartner kommt es an. Sowohl für meinen Online-Shop, als auch für meine Kochbücher, Schmuckkollektion oder meinen Easy-Peasy Hoodie habe ich Leute um mich herum, auf die ich mich verlassen kann.

5. Gibt es in diesem Kontext vielleicht sogar etwas, das Ihnen Ihre Kinder im Hinblick auf das Unternehmerinnentum beigebracht haben?

Als Mama versucht man immer, seinen Kindern zu vermitteln, dass alles möglich ist, sie alles machen können. Beispielsweise ist es völlig okay für mich, wenn meine Jungs ein Kleid oder Nagellack tragen wollen. Man selbst ist dann doch manchmal unsicher, wenn es darum geht, etwas Neues zu probieren. Insofern ist es fast eine Selbsttherapie, Kinder zu haben. Wenn meine Kinder fragen “Mama, warum hast du es denn nicht gewagt?”, habe ich keine Antwort darauf. Wenn man es nicht versucht, kann es einem nicht gelingen. Als Unternehmerin muss ich mich trauen. Oder ich bitte eben Leute um Unterstützung, wenn es um Dinge geht, die ich selbst nicht kann. Es ist ja keine Schande, Dinge abzugeben.

6. Vereinbarkeit wird heutzutage immer noch überwiegend in den Verantwortungsbereich von uns Frauen gelegt. Inwieweit beziehen Sie hier jedoch Ihren Partner Benjamin Baarz aktiv in diesen verantwortungsvollen Aufgabenbereich mit ein?

Bei einer aktuellen YouGov-Umfrage von Faire haben 58 Prozent der befragten Unternehmerinnen die Vereinbarkeit von Job und Familie als größere Herausforderung für sich als für ihre männlichen Kollegen. Damit das bei uns bzw. vor allem bei mir kein Hindernis ist, teilen wir uns Aufgaben im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung ganz bewusst auf. Wir sehen uns als Team, das gemeinsam Ziele erreichen will.

7. Ich kann mir vorstellen, dass nicht alle Paare eine solche Möglichkeit der Unterstützung schaffen können, vielleicht auch aufgrund unterschiedlicher Arbeitszeiten oder räumlicher Distanz. Was braucht es Ihrer Meinung nach, um eine solche Vielfalt an Unternehmungen umzusetzen, auch wenn der Partner/die Partnerin sich hier nicht als aktiven Part im Familien- und/oder- Unternehmensmanagement mit einbringen kann?

Nina Bott

Die Unterstützung in der Familie ist schwer zu ersetzen. Ein gutes Netzwerk kann aber zumindest teilweise helfen. Indem wir Frauen bzw. Unternehmerinnen untereinander vernetzen, hilfreiche Kontakte und Erfahrungen austauschen, kommen wir schneller voran. Das macht die Arbeit zwar nicht weniger, vielleicht aber den ein oder anderen Prozess im Job effizienter. Hier finde ich es außerdem wichtig, nicht nur geschäftsbezogene Tipps auszutauschen, sondern auch über die Vereinbarkeit von Job und Familie zu sprechen. Viele Frauen machen ähnliche Erfahrungen und es tut gut, wenn man sich gemeinsam über Schwierigkeiten austauscht und nach Lösungen sucht. Von Frauen wird oft erwartet, dass sie im Beruf erfolgreich sind und trotzdem mühelos den ganzen Haushalt stemmen. Wir müssen normalisieren, dass das unrealistisch ist und Social Media uns oft etwas vorgaukelt.

8. Gibt es hier Erfahrungen oder Erkenntnisse, die Sie gern vorher gewusst hätten und die Sie mit unserer Community teilen wollen?

Ich versuche immer, alles zu Ende zu denken und meistens gelingt mir das. Eine Sache hatte ich mir bei meinem Online-Shop nicht überlegt und das betrifft Kleidung. Oft bestellen die Leute Kleidungsstücke in mehreren Größen, weil sie sich nicht sicher sind, welche am besten passt. Dadurch kommen einige Retouren zusammen, was natürlich mit einem gewissen Aufwand verbunden ist. Damit hatte ich nicht gerechnet. Dennoch: Ich habe wenig negative Erfahrungen gemacht. Vielleicht, dass ich dazu neige, mir manchmal zu viel zuzumuten. Und für einen Shop muss man eben sehr strukturiert sein.

9. Sie haben auf Instagram über 240.000 Follower*innen. Würden Sie sagen, dass man vorab eine Community aufbauen sollte, bevor man den Schritt geht, ein eigenes Business zu starten?

Natürlich ist meine Instagram-Community ein großer Vorteil für meinen Shop. Zum einen habe ich eine größere Plattform, um auf meine Projekte aufmerksam zu machen, zum anderen kenne ich durch den Austausch mit meinen Follower*innen meine Zielgruppe sehr gut. Ich denke, vor allem letzteres ist entscheidend für den Erfolg. Gerade auf Instagram beobachte ich, dass sich Love Brands wie z.B. gitti den direkten Austausch über die Plattform zu Nutze machen und mit ihren Produkten besser auf die Zielgruppe eingehen.

Siehe auch
Ein Interview mit Jen Martens-Gründerin von ŌMAKA-Artikelbild

Dazu braucht man aber nicht unbedingt den Weg über Instagram zu gehen. Man könnte sagen, dass Shop-Besitzer auf ihre eigene Art und Weise Influencer sind, vielleicht sogar die ursprünglichen Influencer sind, die Produkte kuratieren und ihren Kunden Trends präsentieren. Als Shop-Besitzer haben sie außerdem tolle Mittel, um ihre Zielgruppe kennenzulernen, manchmal sogar noch individueller als über Instagram.

10. Das Kernthema unseres Magazins ist „Female Empowerment“. Was würden Sie sich in dieser Hinsicht, auch im Hinblick auf Ihre eigene Tochter Luna für die Zukunft wünschen?

Ich wünsche mir für Luna, aber auch für meine Söhne, dass man diese Frage später einfach nicht mehr stellen muss. Female Empowerment ist wichtig, aber es ist so schade, dass man sich solche Fragen noch stellen muss. Ganz gleich ob Frau oder Mann, egal welche sexuelle Orientierung: Das sollte alles nicht der Rede wert sein. Glücklicherweise muss ich mir um Luna keine Sorgen machen: Sie geht ihren Weg! Sie liebt rosa und tobt viel draußen herum, wobei sie regelmäßig blaue Flecken bekommt. blaue Flecken.

11. Abschließend freue ich mich, unserer Community noch ein kleines Highlight zu präsentieren, denn Sie haben in einem anderen Interview bereits verraten, dass es auch selbst entworfene Stücke von Ihnen geben wird. Können Sie uns hier bereits einen kleinen Ausblick geben?

Es ist momentan nur eine Überlegung, aber vielleicht nehme ich meine Schmuckkollektion in den Online-Shop auf. Ich habe sie gemeinsam mit der wunderbaren Luisa Rotetzki und ihrem unabhängigen Label LLR STUDIOS designt. Alles ist aus nachhaltigen Materialien und sehr zeitlos gehalten. Auch das Projekt liegt mir sehr am Herzen.

Liebe Nina Bott, vielen Dank für das Interview!

Über die Autorin

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Kinga Bartczak berät, coacht und schreibt zu Female Empowerment, neuer Arbeitskultur, Organisationsentwicklung systemischen Coaching und Personal Branding.

Zudem ist sie Geschäftsführerin der UnternehmerRebellen GmbH und Herausgeberin des FemalExperts Magazins.

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