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Working Mom? Dann viel Spaß mit deinen (inneren und äußeren) Kritikern!

Working Mom? Dann viel Spaß mit deinen (inneren und äußeren) Kritikern!

Julia Neeb
Working Mom-Kritik-Artikelbild

Egal, wie gut dein Plan ist, Karriere und Muttersein zu verbinden:
Kritik kommt. Immer.

Von Menschen, die deinen Alltag nicht kennen.
Von denen, die es „nur gut meinen“.
Und von deinem härtesten Kritiker: dir selbst.

Warum das so ist?
Weil wir in einem System leben, das Frauen beruflichen Erfolg erlaubt –
bis ein Kind ins Spiel kommt. Dann wird Mütterlichkeit romantisiert, bewertet und kontrolliert.

Ein Beispiel dafür ist der öffentliche Aufschrei um die Bundestagsabgeordnete Hanna Steinmüller, die 2025 mit Baby im Bundestag sprach. Die Debatte drehte sich nicht um den Inhalt ihrer Rede –
sondern um Organisation, Professionalität und „Vorbildwirkung“.

Das eigentliche Problem ist nicht sie.
Das Problem ist das Muster dahinter:

Solange es als außergewöhnlich gilt, gleichzeitig Mutter und professionell zu sein, haben wir ein strukturelles Problem.

Solange Frauen erklären müssen, wie sie beides schaffen, während Männer dafür Applaus bekommen, haben wir ein kulturelles Problem. Und solange über das Wie gesprochen wird statt über das Was, ist Gleichberechtigung nicht erreicht.

Was heißt das für dich?

Wenn du kritisiert wirst, liegt das nicht an dir. Es liegt am System.

Du darfst Verantwortung übernehmen – für dein Kind, für deine Entscheidungen, für dein Leben. Aber du musst dich nicht an Erwartungen messen, die nie für dich gemacht waren.

Siehe auch
KI beim Texten-Ja bitte-aber mit Haltung-Artikelbild

Konkrete Hilfestellung (merk dir das):

Stell dir bei Kritik drei Fragen – immer in dieser Reihenfolge:

  1. Kennt diese Person meinen Alltag wirklich?
    → Wenn nein: Meinung aussortieren.
  2. Trifft die Kritik mein Verhalten oder nur ein gesellschaftliches Ideal?
    → Ideale sind kein Maßstab für dein Leben.
  3. Was ist meine Definition von „gut genug“ – heute?
    → Danach handelst du. Punkt.

Je klarer du diese Fragen beantworten kannst, desto weniger Macht hat Kritik über dich.

Du bist keine schlechte Mutter.
Du bist keine überambitionierte Karrierefrau.

Du bist eine Frau, die beides will und beides verantwortungsvoll gestaltet.

Und jemand, der dir sagt, das gehe nicht,
zeigt dir nicht deine Grenzen, sondern seine.

Über die Autorin

Julia Neeb
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Julia Neeb ist Rechtsanwältin, Executive Coach, Mama und Autorin.
Sie begleitet Frauen in Führungspositionen, Unternehmerinnen und Mütter im Spannungsfeld von Karriere, Verantwortung und persönlicher Klarheit.

In ihren Texten verbindet sie juristische Präzision mit psychologischem Tiefgang und gesellschaftlicher Analyse. Sie schreibt über weibliche Führung, strukturelle Ungleichheiten, Mutterschaft im Berufsleben, Selbstführung und die Frage, wie Frauen Erfolg neu definieren können – jenseits von Perfektionsansprüchen und alten Rollenbildern.

Julia Neeb steht für eine klare, reflektierte und zugleich menschliche Perspektive auf Business und Karriere. Ihre Beiträge laden dazu ein, gewohnte Denkmuster zu hinterfragen, innere wie äußere Grenzen sichtbar zu machen und den eigenen Weg bewusst zu gestalten.

Bei FemalExperts schreibt sie über die Realität weiblicher Lebens- und Arbeitswelten – ehrlich, unbequem, stärkend.

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