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Woche der Seelischen Gesundheit 2025: Veranstaltungstipps & Präventionsaktion „1.000 Bücher für 1.000 Kinder“

Woche der Seelischen Gesundheit 2025: Veranstaltungstipps & Präventionsaktion „1.000 Bücher für 1.000 Kinder“

Nora Hille
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Alle Jahre wieder kommt das … – nein, die! Und zwar die Woche der Seelischen Gesundheit (10.–20. Oktober 2025). Diesmal unter dem Motto: „Lass Zuversicht wachsen – Psychisch stark in die Zukunft“.

Klar, zu diesem Anlass ist vorab eine Kolumne zur mentalen Gesundheit fällig. Denn ich habe einige spannende Veranstaltungstipps in petto! Außerdem können wir uns virtuell und live treffen. Und eine tolle Aktion für Schulen zur Gesundheitsprävention mit meinem Kinderbuch habe ich zusammen mit der Pronova BKK ebenfalls im Angebot, deswegen erscheint diese Kolumne auch so frühzeitig. Ui – die passt hervorragend zum diesjährigen Motto der Woche der Seelischen Gesundheit.

Außerdem möchte ich heute eines Menschen gedenken, der sich für Depressionen und mentale Gesundheit engagiert hat. Einige, womöglich sogar viele von euch, werden ihn kennen. Er war vor zwei Jahren in dieser Kolumne zu Gast.

Eine gute Lektüre wünscht dir
Nora

Dieser Inhalt erwartet dich:

Online-Veranstaltungskalender der Woche der Seelischen Gesundheit

Zahlreiche Veranstaltungen zur Woche der Seelischen Gesundheit (live vor Ort, aber auch digital) finden sich hier im Online-Veranstaltungskalender, der laufend aktualisiert und erweitert wird. Sehr viele davon sind kostenfrei. Auch das Eintragen eigener Veranstaltungen ist möglich.

Digitale Woche der Seelischen Gesundheit – jetzt kostenfrei anmelden!

Komplett kostenfrei ist die „Digitale Woche der Seelischen Gesundheit“ der Krankenkasse Pronova BKK (9.–17.10.2025), die allen Menschen offensteht. Von mir, Nora Hille, gibt es zwei Vorträge:

  • Fr, 10.10., 11 h: Reden hilft! Wie ein Buch bei der Stärkung mentaler Gesundheit von Kindern helfen kann.
  • Mo, 13.10., 11 h: Die Ketten des (Selbst-)Stigmas sprengen

Außerdem im Angebot: Mentale Pausen zum Mitmachen, Vorträge zu Lebensglück und Zuversicht, Gaming und Psyche, Umgang mit Emotionen oder Leben mit Hochsensibilität und vieles mehr.

Für die Teilnahme ist eine Online-Anmeldung im Vorfeld erforderlich. Die Beiträge können im Anschluss noch länger angeschaut werden.

Dazu Sonja Trautmann, Organisatorin und Mitarbeiterin im Team Gesundheitsprävention der Pronova BKK:

Sonja Trautmann, Pronova BKK¸ Team Gesundheitsprävention

„Wir freuen uns, nun schon zum vierten Mal unsere digitale Woche zur seelischen Gesundheit anzubieten. Wir als Pronova BKK möchten mit diesen Online-Veranstaltungen rund um den Welttag der Seelischen Gesundheit ein deutliches Zeichen setzen: Psychische Gesundheit braucht mehr Aufmerksamkeit, mehr Verständnis und mehr Raum im (Arbeits-)Alltag.

Damit schaffen wir rund um den 10. Oktober jeden Jahres ein vielseitiges Angebot zum Thema mentale Gesundheit – verständlich, alltagsnah und wissenschaftlich fundiert. Meldet euch gerne an. Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmende.“

Tausend Kinderbücher: Aktion zur Gesundheitsprävention an Schulen zusammen mit der Pronova BKK

Der Fokus der Woche der Seelischen Gesundheit liegt 2025 auf präventiven und psychosozialen Hilfsangeboten und nimmt besonders die Bedürfnisse von jungen (psychisch erkrankten) Menschen in den Blick. Zu diesem Schwerpunkt passt die Aktion „1.000 Bücher für 1.000 Kinder“ der Pronova BKK. Denn die Krankenkasse sponsert im Rahmen der Gesundheitsprävention tausend Exemplare von Nora Hilles Kinderbuch „Wenn unsere Seele Hilfe braucht. Ermutigende Kurzgeschichten, die zeigen: Reden hilft!“ (Zaradiso Verlag). Die Bücher stehen für Schulen und Bildungseinrichtungen in ganz Deutschland zur Verfügung. Mit Video-Clips der Autorin, einer Online-Lesung und einem Arbeitsblatt lässt sich eine interaktive Schulstunde gestalten. So wird in einem Video beispielsweise kindgerecht erklärt, was mentale Gesundheit bedeutet.

Kinderbuch-Wenn unsere Seele Hilfe braucht-Artikelbild

Hauptzielgruppe für die Aktion „1.000 Bücher für 1.000 Kinder“ ist die dritte und vierte Klasse. Aber auch für jüngere Grundschülerinnen, fünfte Klassen, ältere Förderschulkinder, in Ganztags-AGs oder in Kleingruppen beim Vorschulunterricht ist das Buch passend und die Teilnahme am Präventionsangebot möglich, wenn die Vermittlung bei Bedarf altersgerecht adaptiert wird. Lehrkräfte oder pädagogische Mitarbeiterinnen, welche die Unterrichtseinheit an ihrer Schule oder Bildungseinrichtung durchführen möchten, können Exemplare per E-Mail bestellen bei kinderbuch@norahille.de (solange der Vorrat reicht). In der E-Mail bitte Folgendes angeben:

  • Lieferadresse
  • Namen der Schule/Bildungseinrichtung und Name der durchführenden Lehrkraft/Mitarbeiter*in
  • Alter der Kinder
  • Stückzahl

Wichtig: Um die Bücher bewerben können sich nur diejenigen, welche die Präventionsmaßnahme vor Ort selbst durchführen. Im Anschluss wird um Feedback und Fotos zur Dokumentation gebeten.

Mental Health Festival Walsrode: Lesung mit Nora

Herzliche Einladung zum zweiten Mental Health Festival in Walsrode (Heidekreis) am Samstag, 11. Oktober, 16 bis 22 Uhr. Das Kulturzentrum mittendrin verwandelt sich in einen ermutigenden Ort voller Begegnungen und Inspiration rund um das Thema seelische Gesundheit. Mehr als 15 Ausstellerinnen präsentieren ihre Angebote, darunter die örtliche psychiatrische Klinik, die Kontaktstelle für Selbsthilfe, die Deutsche DepressionsLiga e. V., der AWO-Trialog im Heidekreis und die Lebensberatung. Es finden Lesungen statt mit den Autorinnen Uli Wieckmann, Silke Krumbeck und zwischen 17 und 18 Uhr mit Nora Hille. Dazu gibt es Musik von Rami Hattab und Katie Drives.

Initiator Sven Krawitz, Leiter der SemiCoolon-Selbsthilfegruppen und Host des gleichnamigen Mutmach-Podcasts, bringt Menschen, Fachstellen und Kunst zusammen:

Sven Krawitz, Organisator des Mental Health Festivals

„Bereits beim ersten Festival waren über 500 Besucher*innen dabei. Dieses Jahr freue ich mich besonders, dass wir für jede Situation gut vorbereitet sind – es stehen genügend Fachkräfte bereit, die in ruhiger Atmosphäre für Gespräche da sind. Unser Ziel ist es, niedrigschwellig Mut zu machen und zu zeigen, wo Hilfe zu finden ist. Psychische Erkrankungen verdienen die gleiche Aufmerksamkeit wie körperliche – sie gehören raus aus der Schmuddelecke.“

Nachruf auf Mike Adamczak, Initiator von „Gib Depressionen ein Gesicht“

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Bild: Kathie Dieckmann

Deine Seele ist in den Himmel gestiegen.

Schon seit ein paar Wochen weiß ich durch eine Instagram-Bekannte von deinem Tod in diesem Sommer, lieber Mike, doch die Worte fehlten mir bislang. Mitte 60 bist du geworden – ich hätte dir und allen, die dich lieben, von Herzen einige gesunde Jahre mehr gewünscht. Was du dieser Welt und so vielen Menschen geschenkt hast, hat einen Unterschied gemacht. Unermüdlich hast du dich eingesetzt für die Sichtbarkeit von Menschen mit Depressionen. Was warst du für ein inspirierender Fürsprecher für mentale Gesundheit.

Auf uns beide passt sie wohl, diese ungenaue und nach Unverbindlichkeit klingende Bezeichnung „Bekannte“. Und doch waren wir trotz unserer eher kurzen Verbindung und der sporadischen Kontakte weit mehr als das: Menschen, die einander tief berührt und sich gegenseitig unterstützt und ermutigt haben.

Siehe auch
Mit Resilienz durch die Weihnachtszeit-Artikelbild

Die Teilnahme an deiner Kampagne „Gib Depressionen ein Gesicht“ mit meinem Foto, Namen und dem Zusatz „bipolare Depression“ war zusammen mit dem Online-Artikel bei mutmachleute.de mein erster Schritt in die Öffentlichkeit. Zuvor hatte ich meine psychische Erkrankung (PTBS und Bipolare Störung) 20 Jahre lang nach außen geheim gehalten aus Scham und Angst vor Stigmatisierung. So gern habe ich bei Instagram und auch hier in der Kolumne deine Kampagne empfohlen.

Was verspüre ich gerade für eine Dankbarkeit, dir virtuell begegnet zu sein, lieber Mike. Danach immer mal wieder Kontakt über den Messenger oder per E-Mail, wenige Telefonate. Zuletzt in diesem Frühjahr. Da hast du mich unterstützt, auf mein Kinderbuch mit ermutigenden Kurzgeschichten zur mentalen Gesundheit aufmerksam zu machen.

Was warst du nur für ein zauberhafter, inspirierender Mensch, lieber Mike. Immer zugewandt, immer empathisch, dabei hast du selbst finstere Stunden mit der Depression erlebt, aber auch durch den Tod deines geliebten Papas.

Durch dich und dieses Mich-Zeigen in deiner Kampagne habe ich Selbstermächtigung erlebt – ebenso wie tausende (!) anderer Teilnehmender. Wir alle durften durch dein Kommunikationsgeschick auf so vielen Social-Media-Kanälen Betroffene und ihre Angehörigen ermutigen, die noch voller Ängste und Zweifel waren im Umgang mit der Erkrankung oder für die Sichtbarkeit nicht in Frage kamen. Jedes Gesicht, jeder Mensch mit Depressionen, der sich in deiner Kampagne gezeigt hat, steht für die Entstigmatisierung dieser und anderer psychischer Erkrankungen – genau das war dir so ein wichtiges Anliegen. Du wolltest zeigen: Depressionen können jeden treffen, jederzeit und überall. Du wünschtest dir, dass Betroffene nicht länger im Stillen leiden. Depressionen zu enttabuisieren und für mehr Akzeptanz in der breiten Öffentlichkeit zu kämpfen, das war deine Herzensangelegenheit.

Als wir im Frühjahr miteinander telefonierten, hast du dich riesig gefreut, wie intensiv deine Kampagne „Gib Depressionen ein Gesicht“ da gerade durch die Decke geschossen war: „Täglich mehrere Einsendungen, stell dir das vor. Ich komme kaum hinterher. Es ist so toll, dass sich in letzter Zeit immer mehr Männer mit ihrem Foto beteiligen. Viel zu lange galten Depressionen und sich verletzlich zu zeigen als unmännlich und Zeichen von Schwäche.“, sagtest du zu mir.

Die Kampagne ist weiterhin online. Die letzten beiden veröffentlichten Beiträge zeigen Männer: Thomas Gruber und Stefan Kohl. Im finalen Post hast du geschrieben: „Inzwischen haben sich über 4.445 Mitstreiter*innen an der Kampagne beteiligt und mir ein Foto zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.“ Wie ich dich kennengelernt habe, müssen die letzten Veröffentlichungen noch aus dem Krankenbett stammen.

Jetzt gerade habe ich Gänsehaut, als ich das schreibe, lieber Mike. Am ganzen Körper. Was für ein Vermächtnis. Ich – wir alle – danken dir so herzlich für dein unermüdliches Engagement. Danke für das, was du dieser Welt geschenkt hast. Danke für deine Liebe, die du zu den Menschen getragen hast. Für diese Ermutigung.

Mein Mitgefühl gilt allen, die Mike kannten, schätzten und liebten.

Nora, von Herzen.

Der Kölner Künstler Mike Adamczak, Gründer der Kampagne „Gib Depressionen ein Gesicht“, ist im Sommer 2025 verstorben. Vor zwei Jahren haben wir seine engagierte Arbeit hier in der Kolumne vorgestellt.

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Michael Adamczak (* 29.05.1959 / † 26.07.2025)

Über die Autorin

Nora Hille
+ Beiträge

„Worte können unsere Seele streicheln und Menschen miteinander verbinden. Ich schreibe, um zu berühren und zu ermutigen.“ Tiefe Einblicke in eigenes Erleben und psychische Herausforderungen kombiniert mit journalistisch recherchierten Fakten, dazu eine Prise literarisches Schreiben – seit 2022 verfasst Nora Hille die Mental Health-Kolumne für FemalExperts. Ihre ermutigende Botschaft: Seelische Krisen lassen sich bewältigen. Auch mit einer psychischen Erkrankung kann ein gelingendes Leben wieder möglich werden. Und wir alle können so viel tun, um unsere mentale Gesundheit zu stärken.
Noras Bücher:
„Wenn unsere Seele Hilfe braucht. Ermutigende Kurzgeschichten, die zeigen: Reden hilft!“ (Kinderbuch, Zaradiso Verlag, 2025).
„Wenn Licht die Finsternis besiegt. Mit bipolarer Erkrankung Leben, Familie und Partnerschaft positiv gestalten.“ (Erzählendes Sachbuch, Palomaa Publishing, 2023)
Nora Hille ist Jahrgang 1975, glücklich verheiratet, zwei Kinder und genauso viele Katzen. Studium Geschichte, Literatur- und Medienwissenschaften. 12 Jahre Arbeit im Bereich Kommunikation/PR. Aus gesundheitlichen Gründen verrentet. Schwerpunktthemen ihrer Veröffentlichungen sind mentale Gesundheit und psychische Erkrankungen. Außerdem verfasst sie literarische Essays, Gedichte (sehr gerne Haikus), Kurzprosa und Gastartikel.
Mit Aufklärung und Anti-Stigma-Texten setzt Nora sich gegen Ausgrenzung und Abwertung psychisch erkrankter Menschen in unserer Gesellschaft ein für mehr Miteinander, Toleranz und Gleichberechtigung. Nora Hille ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Bipolare Störungen e.V. und von Hab Mut, zeig Gesicht e.V.

Auf Instagram zu finden unter: @norahille_autorin

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