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Warum sich Marketing für viele Frauen falsch anfühlt

Warum sich Marketing für viele Frauen falsch anfühlt

Jana Olbrich
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Es ist diese Art von Müdigkeit, die nicht nach dem Schlaf verschwindet. Deine Gedanken laufen über, dein Körper fühlt sich an wie Beton. Und irgendwo im Hintergrund hörst du diese Stimme: Wie lange geht das noch gut?

Marketing ist überall. In den Feeds deiner Social-Media-Kanäle. Im Newsletter, den du dir einmal so ausgemalt hast. In Ads, die viel Geld kosten. Und ja, auch in Empfehlungen. Alles blinkt, ruft, zieht nach mehr. Höher, schneller, weiter. Und während da draußen von Wachstum, Sichtbarkeit und Chancen gesprochen wird, zieht sich in deinem Inneren alles zusammen.

Ich kenne das. Ich saß selbst an einem Dienstag um zehn Uhr morgens vor einem leeren Textdokument und fragte mich, warum mir diese Arbeit, die ich wirklich liebe, gerade so unglaublich schwer vorkam. Kein Wort wollte kommen. Kein Bild. Nichts. Stattdessen ein dumpfes Gefühl: Ich sollte das doch können. Ich mache das doch schon so lange.

Was ich damals noch nicht wusste: Es war kein Versagen. Es war mein Körper, auf den ich nicht hören wollte.

Viele Frauen merken: So wie sie gerade arbeiten, fühlt es sich nicht mehr stimmig an. Eher subtil. Wie ein Schuh, der mal gepasst hat und plötzlich drückt. Dazu kommt wirtschaftlicher Druck. Unsichere Zeiten. Weniger Leichtigkeit beim Entscheiden. Vielleicht auch mehr Verantwortung, mehr Nachdenken und weniger Puffer. Und dann diese innere Frage, die selten laut gestellt wird: Warum kostet mich Marketing so viel Kraft, obwohl ich mein Business liebe?

Das hier ist kein Methoden-Bashing. Kein Ankämpfen gegen Tools, Strategien oder Plattformen. Denn das Problem liegt selten im Außen allein. Es liegt oft dazwischen. Zwischen dem, was gefordert wird, und dem, was der eigene Körper gerade leisten kann. Denn deine Energie ist nicht linear. Und trotzdem tun wir in unseren Marketingaufgaben so, als wäre sie es.

Manche Tage laufen wie am Schnürchen. Texte schüttelst du aus dem Ärmel, Ideen sind glasklar. An anderen Tagen fühlt sich dieselbe Aufgabe schwer an. Fordernd, bis nichts mehr geht. Fast körperlich abstoßend. Das wird schnell bewertet. Du hörst von Unkonzentriertheit oder mangelnder Disziplin. Stempelst es als persönliches Versagen ab. Dabei ist es häufig etwas anderes. Ein Zusammenspiel aus Erschöpfung, Reizüberflutung und deinem inneren Rhythmus, den du wieder einmal ignorierst. Denn du musst ja.

Die meisten Frauen funktionieren darüber hinweg. Eine Weile geht das gut. Bis Marketing nicht mehr nur anstrengend ist, sondern sich innerlich alles falsch anfühlt. Und das nur, weil etwas Wesentliches fehlt: deine Verbindung zwischen Körper, Energie und der Art, wie Marketing gedacht und gemacht wird. Genau hier stellst du dir die eigentliche Frage: Nach dem eigenen Takt.

Der eigene Rhythmus zählt

Vielleicht hast du gelernt, darüber hinwegzugehen. Unbewusst und schleichend. Marketing verlangt Dranbleiben. Präsenz. Regelmäßigkeit. Pausen gelten als Risiko. Rückzug als Stillstand. Also planst du Inhalte, obwohl dein Kopf leer ist. Du schreibst, obwohl dein Körper Ruhe braucht. Du zeigst dich, obwohl alles in dir auf Innehalten steht. Nach außen wirkt das professionell. Strukturiert und souverän.

Innen fühlt es sich nach Widerstand an. Wie eine innere Mauer, sobald du an Marketing denkst. Das passiert nicht von heute auf morgen. Es beginnt mit Aufschieben. Mit genervten Gedanken. Und mit dem Gefühl, dich selbst ständig anschieben zu müssen. Dein Marketing verliert dadurch seine notwendige Verbindung zu dir. Es wird zur Pflicht. Zur Muss-Aufgabe, ohne dass Freude dabei wäre.

Dabei sendet dein Körper klare Signale. Er zeigt genau, wann Energie dafür da ist und wann nicht. Wann Worte fließen und wann sie stocken. Wann Austausch leicht fällt und wann Rückzug heilt. Im klassischen Marketing gibt es dafür keinen Raum. Dort herrschen Konstanz, Planbarkeit, Durchhalten. Immer verfügbar und leistungsbereit. Immer gleichmäßig.

Für viele Frauen fühlt sich das grundfalsch an. Nicht weil keine Lust haben. Sondern weil ihr natürlicher Rhythmus zyklisch läuft. Wie der Mond oder die Jahreszeiten. Phasen hoher Kreativität wechseln mit solchen der inneren Sammlung. Ignorierst du das, verlierst du dich selbst. Deine Texte werden flach. Deine Posts wirken gezwungen. Und das Schlimmste daran: Deine Kunden spüren das. Und du fühlst dich am Ende nur noch ausgelaugt.

Was dein Zyklus mit deiner Produktivität zu tun hat

Hier wird es interessant. Und ehrlich gesagt, hat mich dieses Wissen verändert.

Der weibliche Zyklus besteht aus vier Phasen. Jede davon bringt eine andere Energie mit, andere Stärken und andere Bedürfnisse. Das ist keine Schwäche, das ist Biologie. Und wenn du anfängst, dein Marketing daran auszurichten, passiert etwas Unerwartetes: Es wird leichter.

Phase 1: Menstruation (die innere Winterzeit)

Dein Körper zieht sich zurück. Deine Energie ist knapp. Das Gehirn verarbeitet, reflektiert, sortiert. Das ist kein guter Zeitpunkt für lautes Marketing, für neue Kampagnen oder für das Schreiben großer Sales-Seiten. Aber es ist der perfekte Moment für ehrliche Reflexion: Was hat funktioniert? Was nicht? Was darf ich loslassen?

Phase 2: Follikelphase (die innere Frühlingszeit)

Die Energie kehrt zurück. Ideen sprudeln. Du siehst Möglichkeiten, wo vorher Leere war. Diese Phase ist golden für Brainstorming, für das Schreiben von Texten, für kreative Arbeit an Inhalten und Konzepten. Dein Kopf ist klar. Deine Worte fließen.

Phase 3: Ovulation (die innere Sommerzeit)

Du strahlst. Jede Kommunikation fällt dir leicht. Netzwerken, Verkaufsgespräche, Sichtbarkeit auf Social Media, Lives, Interviews. Diese Phase ist gemacht für Auftritte, für direkte Verbindung mit deiner Community. Du bist in deiner vollen Außenkraft.

Phase 4: Lutealphase (die innere Herbstzeit)

Die Energie dreht sich nach innen. Kreativität wird tiefer, analytischer. Du siehst Details, die du vorher übersehen hast. Gut geeignet für das Überarbeiten von Texten, für das Planen, für das ruhige Strukturieren. Diese Phase ist nicht ideal für spontane Entscheidungen oder großes Sichtbarwerden.

Verstehst du, was passiert, wenn du das ignorierst? Wenn du in deiner Menstruation versuchst, mitreißende Launch-Texte zu schreiben, oder in der Lutealphase erzwingst, begeistert und präsent auf Social Media zu sein? Dein Körper arbeitet gegen dich, weil du ihn falsch einsetzt.

Das ist definitiv kein Esoterik-Konzept. Es ist eine Einladung, ehrlich hinzuschauen und vor Allem zuzuhören.

Signale deines Körpers ernst nehmen

Stell dir vor, dein Business wäre ein Garten. Du pflanzt nicht im Winter. Du erntest nicht jeden Tag. Stattdessen wartest du auf den richtigen Moment. Gießt bei Durst. Ruhst bei Frost. Dein Marketing könnte auch so sein.

Dein Körper flüstert dir den Takt vor. Ein Ziehen im Bauch sagt: Pause. Kribbeln in den Fingern signalisiert Flow. Leere im Kopf lädt zum Spaziergang ein.

Viele Frauen lernen früh, diese Signale zu überhören. Schule, Job, Familie fordern Linearität. Immer gasgeben und ja nie bremsen. Doch in einem eigenen Business kannst du das ändern. Fang klein an. Notiere drei Tage lang, wann du am liebsten schreibst. Wann du lieber sprichst. Wann du gar nichts tun willst. Du wirst sehen, dass du Muster erkennst. Deinen eigenen Rhythmus.

Es ist Weisheit, denn deine weibliche Kraft lebt von Wellen. Hochs mit Ideenflut. Tiefs mit tiefer Verarbeitung. Marketing, das das ehrt, fühlt sich leicht an. Es zieht Kunden an, die wirklich zu dir passen. Weil Authentizität und nicht Perfektion strahlt.

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Leichtes Marketing neu denken

Statt täglicher Posts plane Wellen. Eine Woche intensiv teilen. Dann eine Woche aufladen. Das ist eine natürliche Strategie, die deinen Körper einbezieht.

Nutze Voice Notes statt Tippen an ruhigen Tagen. Sprich frei, transkribiere später. Deine Stimme trägt Emotion, die ein geschriebener Text allein nicht hat. Kunden verbinden sich dann tiefer.

Baue Puffer ein. Schreibe Inhalte in Flow-Phasen für später und teile sie in ruhigeren Wochen. Dein Newsletter braucht nicht wöchentlich Neues. Ein ehrlicher Check-in reicht. Erzähle von deiner Pause. Frauen werden nicken. Sie kennen das.

Vergiss kurz den Algorithmus. Teste, was dein Körper hergibt. Ein Spaziergang inspiriert mehr als Scrollen. Ein Kaffee mit einer Freundin bringt Ideen, die kein Tool ersetzt. Marketing wird zur Freude, wenn du deinem Takt folgst. Es kostet keine Kraft mehr. Es speist sie.

Praktische Schritte zu mehr Leichtigkeit

Hör auf, gegen dich zu planen. Starte mit einem Rhythmus-Tagebuch. Jeden Abend drei Sätze: Was floss? Was blockte? Was braucht mein Körper morgen? Nach einer Woche siehst du dein Muster. Passe deinen Kalender daran an.

  • Blocke Flow-Tage für Kreation, ohne Meetings dazwischen.
  • Plane ruhigere Phasen für Administration: Antworten sortieren, Strukturen pflegen.
  • Baue Pausen als feste Termine ein. Ein Spaziergang zählt als Meeting mit dir.
  • Schreibe fünf Posts in einem Flow-Moment. Plane sie über zwei Wochen. Dein Feed läuft rund, ohne täglichen Druck.
  • Nutze Stories für Echtzeit. Ein Foto vom Kaffee. Ein Satz zum Tag. Kein Skript nötig.

Verbinde dich mit Frauen, die zyklisch arbeiten. Sie verstehen dich ohne lange Erklärungen. Eure Marketing-Wellen passen oft zusammen.

Investiere in Tools, die dich entlasten, aber nur dort, wo sie deinen Rhythmus stützen. Kein Zwang zu täglichem Content, der dich leer zurücklässt.

Die Freiheit deines Takts

Ich erinnere mich an den Dienstag mit dem leeren Textdokument. Ich habe irgendwann aufgehört zu kämpfen. Habe das Dokument geschlossen. Bin raus. Habe einen Kaffee gemacht und nichts getan. Ein paar Tage später floss alles wieder. Der Text voller Ideen und Freude.

Das war mein erstes echtes Gespräch mit meinem eigenen Rhythmus.

Dieses diffuse Gefühl, dass dein Marketing nicht mehr passt, ist goldwert. Es ruft dich zurück zu dir. Weg von der Hamsterrad-Mentalität. Hin zu einem Business, das atmet. Das pulsiert wie du.

Stell dir vor, du wachst auf und freust dich auf den Tag. Kein Druck vor dem nächsten Post. Stattdessen ein Blick in deinen Rhythmus. Heute fließt ein Text. Morgen nur ein Hallo. Deine Energie bleibt. Dein Business blüht.

Fang an, deinen Körper zu fragen. Er kennt die Antwort längst. Marketing fühlt sich dann nicht mehr falsch an. Es fühlt sich an wie du. Leicht und stark.

Über die Autorin

Jana Olbrich

Ich schreibe Texte, die treffen – mitten ins Herz und direkt ins Bauchgefühl. Als zertifizierte Copywriterin und Mentorin für zyklusgerechtes Marketing unterstütze ich selbstständige Frauen dabei, mit Worten sichtbar zu werden ohne sich zu verbiegen. Nach über 15 Jahren in der Hotellerie, mit mehr als einer Million erfüllten Wünschen in drei Ländern, kenne ich die Kraft von echter Verbindung. Heute verbinde ich diese Erfahrung mit verkaufspsychologischem Wissen und einem feinen Gespür für Menschen, Timing und Tönen. In meine Texten zeigt sich Haltung, Klarheit und die feste Überzeugung, dass gutes Marketing sich anfühlen darf wie ein ehrliches Gespräch. Wenn ich nicht gerade Newsletter schreibe oder Headlines auf den Punkt bringe, entwickele ich Formate, die Frauen stärken: von Text-Coachings bis hin zu Workshops im Takt des weiblichen Zyklus.

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