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Urlaubsgefühl verlängern: Warum Erholung kein Ausnahmezustand sein sollte

Urlaubsgefühl verlängern: Warum Erholung kein Ausnahmezustand sein sollte

Jenniffer Feder
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Ich saß auf dem Rückflug von Fuerteventura und wollte am liebsten umkehren. Nicht weil das Leben zuhause schlecht ist. Sondern weil ich genau wusste, was mich erwartet.

Fuerteventura ist mein Kraftort. Keine Menschen, nur Sand und Steine, Vulkane, die seit 20 Millionen Jahren da stehen. Diese Beständigkeit tut etwas mit mir: Alles, was ich gerade für dringend halte, verliert dort seinen Schrecken. Und dann ist da diese spanische Leichtigkeit: das stille Einverständnis, dass es gut sein darf, wenn nicht alles perfekt ist. Niemand hetzt, niemand optimiert den nächsten Tag schon beim Mittagessen. Für uns als selbstständige Frauen, die den eigenen Anspruch meistens einfach mitschleppen, ist das mehr als Erholung.

Das Handy fängt in der Gepäckausgabe an zu vibrieren. Am nächsten Morgen: 73 Mails, alle wollen irgendwas, und nach 40 Minuten ist das Urlaubsgefühl weg. Ich bin mit re·set nebenberuflich selbstständig, vollständiges Abschalten ist für mich ohnehin eine Illusion. Aber dieser Moment nach dem Urlaub trifft mich trotzdem jedes Mal. Klingt bekannt?

Warum das kein Zufall ist

Im Urlaub reduzieren sich Reize auf ein Minimum. Der Kopf bekommt mentale Leere, das Stresssystem fährt runter. Zuhause trifft genau dieser Zustand auf volle Reizdichte, ohne jeden Übergang. Das Problem ist nicht dein Alltag. Es ist der Sprung zwischen beiden Welten.

Der Denkfehler dahinter: Erholung gilt als Ausnahmezustand.

Urlaub ist gut, Alltag ist Pflicht.

Wir hangeln uns von Urlaub zu Urlaub, statt uns zu fragen, wie dieser Zustand auch zwischendurch erreichbar wäre.

Besonders als Selbstständige kennen wir das gut. Der Kopf läuft im Hintergrund weiter, auch wenn der Körper schon längst am Strand liegt. Wirklich loslassen dauert oft bis Tag vier oder fünf. Und genau dann ist der Rückflug.

Was wirklich hilft

Der Körper erinnert sich über Sinne, nicht über Gedanken. Songs, die mich an Fuerteventura erinnern, katapultieren mich in Sekunden in dieses Gefühl zurück. Genauso wie das Souvenir am Kühlschrank, das man nie wegwirft. Oder das Urlaubsshirt, das zuhause irgendwie anders sitzt. Der Körper weiß noch, wo er dabei war und wie er sich dabei (an)gefühlt hat.

Siehe auch
DER PREIS DES ERFOLGS-und warum wir so selten darüber sprechen-Artikelbild

  • 10 Minuten offline am Morgen. O-Saft, Kaffee, kein Handy. Einfach da sein, wie auf der Terrasse der Finca.
  • Echte Pausen. Nicht die, in der du doch noch schnell was erledigst. Rausgehen, Luft holen. Auf Berge klettern oder vielleicht auch nur einmal an den See.
  • Eine Sache gleichzeitig. Keine fünf Tabs. Eine Aufgabe zu Ende, dann die nächste. Machen wir im Urlaub ja auch so.

Auf diesem Prinzip basiert re·set: sensorische Anker im Alltag schaffen, die Entspannung gezielt abrufbar machen: mit Puzzle, Duft und geführter Meditation. Kein Koffer, kein Gate, kein Warten.

Was ich über die Zeit gelernt habe: Wer sich regelmäßig kleine Inseln einbaut, wartet irgendwann weniger sehnsüchtig auf den nächsten Abflug.

Erholung muss kein Ereignis sein, auf das du hinarbeitest. Sie kann ein Rhythmus werden.

Ich fliege wieder nach Fuerteventura. Aber ich warte nicht darauf.

Über die Autorin

Jenniffer Feder
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Jenniffer Feder ist Gründerin von re•set – einem achtsamkeitsbasierten Kreativkonzept, das Puzzles, Aromatherapie und Meditation vereint. Mit ihren Entspannungsboxen schafft sie ganzheitliche Erlebnisse, die Achtsamkeit, Kreativität und innere Ruhe im Alltag fördern. Sie steht für eine moderne, alltagstaugliche Achtsamkeit, die für alle Menschen zugänglich ist – unabhängig von Vorerfahrungen. Aus ihrer eigenen Krankheitserfahrung heraus engagiert sie sich besonders für Stressprävention und die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen. Ihre Vision: mentale Gesundheit darf schön, kreativ und selbstverständlich sein.

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