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Endlich entspannt schlafen: Nora Hille erzählt, wie Vertrauen in die Nacht zurückkehren kann

Endlich entspannt schlafen: Nora Hille erzählt, wie Vertrauen in die Nacht zurückkehren kann

Kinga Bartczak
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Eine Katze schläft auf einem Sofa im Amsterdamer Katzenmuseum. Um sie herum kommen und gehen Menschen, doch sie lässt sich nicht stören. Nora Hille betrachtet sie voller Staunen. So friedlich schlafen zu können, erscheint ihr in diesem Moment beinahe unvorstellbar.

Diese kleine Szene am Anfang ihres neuen Buches ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Sie macht spürbar, wonach sich Nora sehnt: nach einer Ruhe, die für andere selbstverständlich ist und die ihr seit Jahren fehlt. Während ihre Familie einen Urlaub in Amsterdam erlebt, gerät sie selbst in eine schwere Schlafkrise.

In „Endlich entspannt schlafen“ nimmt Nora Hille uns mit auf ihren Weg durch diese Krise. Sie erzählt von sechzehn Jahren mit Schlafstörungen, von Angst, Erschöpfung und dem Wunsch, endlich wieder ohne verschreibungspflichtige Schlafmittel zur Ruhe zu kommen. Und sie beschreibt, wie ein dreimonatiges, psychologisch begleitetes Schlafcoaching via App und intensives Journaling ihr helfen, ihrem Schlaf wieder zu vertrauen.

Mich hat dieses Buch berührt, weil Nora auch die Gedanken aufschreibt, die man sonst vielleicht für sich behält. Ihre Offenheit schafft eine Nähe, die gerade bei einem so einsamen Thema viel bedeuten kann.

Was schlaflose Nächte mit einem Menschen machen

Nora beschreibt eindringlich, wie weit Schlafstörungen in den Alltag hineinreichen. Die nächste Übernachtung an einem fremden Ort wird zur Herausforderung. Geräusche bekommen eine andere Bedeutung. Schon tagsüber wächst die Sorge vor dem Abend. Und selbst im Urlaub reist die Angst vor der nächsten Nacht mit.

Beim Lesen wird deutlich, wie wenig ein beiläufiges „Du musst dich einfach entspannen“ solchen Erfahrungen gerecht wird. Nora möchte schlafen. Sie versucht es seit Jahren. Gerade deshalb ist ihre Verzweiflung so nachvollziehbar, als vertraute Hilfen immer weniger tragen.

Dabei behält sie einen bemerkenswert wachen Blick für ihre Umgebung: für ihre Familie, ihre Katzen, eine Tasse Tee am Morgen und die kleinen Eigenheiten des Zusammenlebens. Diese Beobachtungen geben dem Buch Wärme. Wir begegnen einer Frau mit Humor, Neugier und einer großen sprachlichen Sensibilität, die unter ihren Nächten leidet und sich dennoch immer wieder dem Leben zuwendet.

Buchmotiv zu Nora Hilles Weg aus der Insomnie. Foto: Val Wellbrock

Schreiben, um sich selbst besser zu verstehen

Besonders lesenswert finde ich, wie Nora das Journaling beschreibt. Morgens hält sie ihren Schlaf in der App fest. Anschließend nimmt sie sich Zeit zum Schreiben. Dabei entstehen Gedanken, Fragen, kleine Szenen, Gedichte und neue Sichtweisen auf das eigene Erleben.

Dieses Schreiben begleitet ihre Veränderung. Was beschäftigt mich? Wovor habe ich Angst? Welche Vorstellung von Schlaf setzt mich zusätzlich unter Druck? Nora schaut genau hin, auch wenn die Antworten unbequem sind. Sie entdeckt Zusammenhänge und findet Worte für Gefühle, die sie zuvor kaum greifen konnte.

Das gibt ihrem Buch eine besondere Lebendigkeit. Wir dürfen ihre Entwicklung beim Entstehen beobachten. Zweifel stehen neben Zuversicht, eine neue Erkenntnis neben einer weiteren schwierigen Nacht. Dadurch wird nachvollziehbar, wie viel Geduld es braucht, vertraute Ängste und Gewohnheiten zu verändern.

Für mich liegt darin eine der stärksten Qualitäten dieses Buches: Nora lässt uns erleben, wie Selbstwirksamkeit wachsen kann. Zunächst vielleicht nur in dem kleinen Moment, in dem sie etwas über sich versteht oder anders auf einen belastenden Gedanken reagiert. Mit der Zeit entsteht daraus mehr Zutrauen in die eigenen Möglichkeiten.

Leona Rudolph: Fachwissen und persönliche Begleitung

Leona Rudolph begleitete Nora Hille während ihres Schlafcoachings und übernahm das psychologische Fachlektorat. Bildquelle: Blackroll x eaze.

Eine wichtige Wegbegleiterin ist Leona Rudolph, Gesundheitspsychologin M. Sc., leitende Psychologin bei eaze und Schlafexpertin der BLACKROLL AG. Sie begleitet Nora während des dreimonatigen Coachings persönlich via Chat und übernimmt außerdem das psychologische Fachlektorat des Buches.

Nora beschreibt, wie wertvoll dieser Austausch für sie ist. Leona gibt Rückmeldungen, wählt passende Übungen aus und berücksichtigt, was Nora im Alltag erlebt. Das Coaching orientiert sich an der kognitiven Verhaltenstherapie für Insomnie. Im Buch erfahren wir aus Noras Perspektive, wie sie mit den Anregungen arbeitet und welche Veränderungen sie dabei wahrnimmt.

Leona formuliert im Vorwort einen Satz, der für mich über dem gesamten Buch stehen könnte:

„Schlaf ist kein Leistungssport.“

Wie leicht kann selbst das Einschlafen zu einer Aufgabe werden, die unbedingt gelingen muss. Gerade Frauen, die tagsüber viel Verantwortung tragen, dürfte dieser Gedanke vertraut vorkommen: Auch die Erholung soll noch zuverlässig funktionieren. Noras Geschichte lädt dazu ein, diesen Anspruch zu hinterfragen und dem eigenen Ruhebedürfnis mit mehr Verständnis zu begegnen.

Die Verbindung aus fachlicher Begleitung und persönlichem Erzählen tut dem Buch gut. Nora bleibt mit ihren Fragen und Ängsten erkennbar sie selbst. Zugleich zeigt ihre Erfahrung, wie entlastend es sein kann, Unterstützung zu bekommen, die auf die eigene Situation eingeht.

Kleine Begleiter, die einen großen Unterschied machen

Zu meinen liebsten Details gehört Birni, ein kleines Nachtlicht in Birnenform. Im Verlauf des Buches bekommt es eine eigene Stimme und wird für Nora zu einem liebevollen Gegenüber. Auch ein kuscheliger Hase findet seinen Platz auf ihrem Weg.

Nora erzählt davon mit einer Offenheit, die ich sehr sympathisch finde. Sie nimmt ernst, was ihr Geborgenheit gibt. Gerade die Gespräche mit Birni bringen Leichtigkeit in die Geschichte und machen sichtbar, wie sich ihr Umgang mit sich selbst verändert.

Solche Szenen bleiben hängen. Sie zeigen eine sehr persönliche Form von Trost und erinnern daran, dass wir auch als Erwachsene Sicherheit und Zuwendung brauchen dürfen. Nora findet dafür ihre eigenen Bilder und Rituale. Beim Lesen entsteht Raum, darüber nachzudenken, was einem selbst guttut.

Hoffnung, die auch schwierige Nächte aushält

Das Buch gewinnt für mich besonders durch seine Ehrlichkeit über den weiteren Verlauf. Nora beschreibt Fortschritte, aber auch Rückschritte. Sie erzählt offen vom schwierigen Weg weg vom Benzodiazepin Tavor und davon, dass nach dem Coaching weiterhin herausfordernde Nächte auftreten.

Im Epilog blickt sie mit mehr Abstand auf ihre Entwicklung. Das Vertrauen wächst weiter. Sie erlebt, dass sie auch schwierige Nächte ohne den früher so vertrauten Griff zum Medikament überstehen kann. Zugleich bleibt sie ein schlafsensibler Mensch.

Gerade diese Genauigkeit macht ihre Geschichte so ermutigend. Wer selbst betroffen ist, muss sich beim Lesen nicht an einer vollkommenen Erfolgsgeschichte messen. Verbesserung darf Zeit brauchen. Eine schlechte Nacht nimmt den bereits gegangenen Weg nicht zurück.

Nora schreibt in der Einleitung:

„Wir können unsere Selbstwirksamkeit und die Fähigkeit zum entspannten Schlaf neu entdecken.“

Nach der Lektüre hat dieser Satz für mich Gewicht. Wir haben miterlebt, was diese Entdeckung sie kostet und wie viel sie ihr schenkt.

Foto: Val Wellbrock

„Die Fußfessel“: Ein liebevoller Blick aus der Partnerschaft

Ein besonderes Geschenk wartet im Anhang: das Bonuskapitel „Die Fußfessel“, geschrieben von Noras Mann Tobias Hille. Er gehört zu den Menschen, die beinahe überall schlafen können. Aus seiner Perspektive erzählt er, wie die Schlafstörungen seiner Frau das gemeinsame Leben beeinflussen.

Dabei wird es wunderbar konkret. Eine Uhr mit Vibrationsalarm wandert an sein Fußgelenk, damit Nora morgens möglichst ungestört bleibt. Kleine Absprachen und Rücksichtnahmen bekommen eine Bedeutung, die Außenstehende leicht übersehen.

Ich mag diesen Perspektivwechsel sehr. Er ergänzt Noras Geschichte um einen zugewandten, humorvollen Blick und zeigt, wie Unterstützung im Alltag aussehen kann. Auch wer selbst gut schläft, findet hier einen Zugang zu dem, was die Partnerin oder der Partner erlebt.

Warum ich dieses Buch empfehle

Als Herausgeberin von FemalExperts freue ich mich besonders über dieses dritte Buch von Nora Hille. Unsere Leserinnen und Leser kennen sie bereits durch ihre Mental-Health-Kolumne. Auch hier verbindet sie persönliche Erfahrungen mit sorgfältig recherchierten Informationen und dem Wunsch, anderen Menschen Mut zu machen.

„Endlich entspannt schlafen“ empfehle ich allen, die sich mit belastenden Nächten allein fühlen und eine persönliche, warmherzige Lektüre suchen. Ebenso lohnt es sich für Angehörige, die besser verstehen möchten, was chronische Schlafstörungen bedeuten können.

Noras Erzählweise ist nahbar, anschaulich und an vielen Stellen überraschend humorvoll. Sie findet Worte für Verzweiflung, ohne uns darin zurückzulassen. Besonders wertvoll ist für mich das Gefühl, das ihre Geschichte vermittelt: Da ist jemand, der diese Not kennt und bereit ist, den eigenen Weg so offen zu teilen, dass andere darin Zuversicht finden können.

Siehe auch
VIER MINUS DREI-Was vom Leben bleibt-Artikelbild

Ein Buch, das rechtzeitig zur Woche der Seelischen Gesundheit erscheint

„Endlich entspannt schlafen“ ist am 1. Oktober 2026 bei moockbooks erschienen. Nora Hille hat sich diesen Termin ausdrücklich gewünscht, damit ihr Buch rechtzeitig vor der Woche der Seelischen Gesundheit vom 10. bis 20. Oktober verfügbar ist.

Nora Hille und Sebastian Moock

Hinter dieser Veröffentlichung stehen Menschen, die an die Bedeutung ihrer Geschichte glauben. Sebastian Moock hat das Buch als Sponsor mit seinem Verlag moockbooks im Rahmen eines unabhängigen, kuratierten Non-Profit-Projekts ermöglicht, ohne finanzielle Beteiligung der Autorin. Sein Satz „Es gibt Projekte, die müssen in die Welt“ bringt diese Haltung wunderbar auf den Punkt. Ich freue mich sehr, dass Noras Geschichte diese Unterstützung gefunden hat.

Auch Tabea Schmidt hat einen wichtigen Beitrag geleistet: Sie verantwortet die Gestaltung des Covers, das Layout und den Buchsatz. Wer ein Buch aufschlägt, nimmt diese Arbeit oft ganz selbstverständlich wahr. Dabei prägt sie wesentlich, wie wir einem Text begegnen. Tabea hat Noras Worten einen sorgfältig gestalteten Rahmen gegeben. Diese kreative Arbeit verdient ebenso Anerkennung wie der Mut, eine so persönliche Geschichte zu veröffentlichen.

Auf der Buchseite des Verlags findest du weitere Informationen und eine Leseprobe.

Zum Erscheinen sind folgende Ausgaben angekündigt:

  • Softcover für 24 Euro: erhältlich über den BoD-Buchshop und Amazon sowie im lokalen Buchhandel bestellbar.
  • Limited Edition für 34 Euro: nur 50 Hardcover-Exemplare mit Fadenheftung, Lesebändchen, Buch-Prägestempel, drei künstlerisch gestalteten Einlegern und Noras Signatur, im Webshop des Verlags.
  • E-Book zum Einführungspreis von 4,99 Euro: vom 1. bis 20. Oktober 2026; regulär 9,99 Euro.
Die angekündigten Buchausgaben zum Erscheinen am 1. Oktober 2026. Foto: Val Wellbrock

Nora Hille hören und ihre Gedanken weiterverfolgen

Wer nach der Lektüre noch etwas länger bei Nora und ihrer Geschichte bleiben möchte, kann sie auch im Gespräch erleben. Im Podcast somnofunk der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin erzählt sie in Folge 17 von ihrem persönlichen Weg: „Den Schlaf neu lernen – Nora Hille über ihren Weg aus der Insomnie“.

Für den 6. Oktober ist außerdem ein Beitrag von Nora auf Mad in Deutschland angekündigt, in dem sie das Schreiben als Ressource im Zusammenhang mit dem Absetzen von Psychopharmaka betrachtet. Am 10. Oktober soll eine weitere Podcastfolge mit ihr bei „Bipolare Störung – Leben in Extremen“ erscheinen.

Zum Buch gehört auch eine persönlich zusammengestellte Spotify-Playlist. Nora hat die Reihenfolge der Stücke bewusst gewählt, um die Gefühle und Erfahrungen wacher Nächte musikalisch aufzugreifen. Ein schöner zusätzlicher Zugang zu ihrer Geschichte, in dem auch ihre Freude am kreativen Gestalten spürbar wird.

Woche der Seelischen Gesundheit: Triff Nora online

Rund um die Aktionswoche kannst du Nora bei zwei kostenfreien Onlineveranstaltungen erleben:

„Schlafstörungen überwinden: Erfahrungsbericht mit Lesung mit Nora Hille“

Donnerstag, 8. Oktober 2026, 14 bis 15 Uhr

Beim Onlinevortrag mit Lesung in Zusammenarbeit mit der Pronova BKK erzählt Nora von ihrem Weg. Eine vorherige Anmeldung ist erforderlich. Nach Angaben der Autorin bleibt der Vortrag anschließend bis zum Jahresende online verfügbar.
Weitere Informationen und Anmeldung

„Vertrauen in den Schlaf stärken mit Journaling und App“

Montag, 19. Oktober 2026, 19 bis 20 Uhr

Gemeinsam mit Leona Rudolph spricht Nora bei einer Onlineveranstaltung der BLACKROLL AG über ihre Erfahrungen. Geplant sind eine Lesung und eine Live-Fragerunde. Die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Anmeldung möglich.
Weitere Informationen und Zugang zum Vortrag

Weitere Angebote findest du im Veranstaltungskalender zur Woche der Seelischen Gesundheit.

Redaktioneller Hinweis: Nora Hille ist Kolumnistin des FemalExperts Magazins. Für diesen Beitrag wurde uns ein digitales Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.

Das Buch schildert persönliche Erfahrungen und ersetzt keine medizinische oder psychotherapeutische Behandlung. Schlafmittel sollten nur in ärztlicher Abstimmung reduziert oder abgesetzt werden.

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Über die Autorin

Kinga Bartczak
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Kinga Bartczak berät, coacht und schreibt zu Female Empowerment, neuer Arbeitskultur, Organisationsentwicklung systemischen Coaching und Personal Branding.

Zudem ist sie Geschäftsführerin der UnternehmerRebellen GmbH und Herausgeberin des FemalExperts Magazins.

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